Ganze Länder gehen pleite, Banken und Firmen müssen gerettet werden; die Politik schnürt einen Schirm nach dem anderen und erhöht sie laufend, als gäbe es sonst keine anderen Probleme. Wir haben eine Zentralbank, die hemmungslos Geld druckt, damit es irgendwie noch ein bisschen weiter geht. Was aber passiert, wenn die kleinste gesellschaftliche und wirtschaftliche Einheit, der Mensch, außer Betrieb geht? Wer rettet ihn?
Nach wem soll man rufen, wenn die Leistungserbringer (nicht Leistungsträger) die hohe Zinslast über Steuern, Abgaben, direkte Zinsen und indirekte Zinsen über Produktpreise nicht mehr erbringen können? Der Sozialstaat kann zwar zurückverteilen, was das Geldsystem umverteilt, aber hier gibt es sehr viele Lücken. Wer als Mensch "außer Betrieb" geht, der hat verloren und ist gefangen in einem Sozialsystem voller Schikanen und Armut. Ein einzelner Mensch ist nicht systemrelevant; die Freiheit des Einzelnen ist für die aktuell regierende Politik weniger wert als beispielsweise eine Bank. Pinksliberal heißt "Freiheit für die Menschen" und "Gleiches Recht für alle". Warum bekommen Banken ein bedingungsloses Grundeinkommen und wir Menschen nicht? Es sind diese Fragen, die man sich in dieser Endphase eines überquillenden Kapitalismus ständig stellt. Jeder Mensch, ob arm oder reich, hat nur einen Körper. Wenn dieser "außer Betrieb" geht, dann ist ein Mensch nicht mehr arbeitsfähig. Die Existenz hängt dann vom Sozialstaat ab.
Jährlich können ca. 200.000 Deutsche aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ihrer Arbeit nachgehen. Aktuell wird jeder vierte Arbeitnehmer berufsunfähig. Durch die Anhebung des Rentenalters könnte sich diese Wahrscheinlichkeit noch weiter erhöhen. Es ist laut aktuellen Zahlen nur ca. 21 mal unwahrscheinlicher Zwillinge zu gebären als berufsunfähig zu werden. Es geht auch nicht nur um den "großen Ausfall", sondern bereits Krankheiten oder Unfälle, nach denen man mehrere Monate nicht mehr arbeiten kann, können als Berufsunfähigkeit bezeichnet werden. Bereits nach wenigen Wochen "außer Betrieb" haben die Betroffenen erhebliche finanzielle Einbußen. Das sog. Krankengeld deckt nur ca. 75% des letzten Nettoeinkommens ab. Wer dann nach 78 Wochen noch immer "außer Betrieb" ist, bekommt mit Glück die volle Erwerbsminderungsrente, also ca. 30% des Bruttoeinkommens, oder ca. 40% vom Netto. Bei einer reinen Berufsunfähigkeit leistet die Rentenversicherung nur in sehr seltenen Fällen. In der Mehrzahl ist hier Hartz4 angesagt. 36% aller Berufsunfähigen sind dies durch psychische Erkrankungen - ist das nicht "toll"? Man gibt den "Geisteskranken" einfach Hartz4, denn sie stehen nicht mehr für den leistungsgetriebenen WachstumsWAHN zur Verfügung.
Abhilfe können Arbeitnehmer mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung schaffen. Diese ist in der Regel aber nur dann abschließbar, wenn man gesund und nicht zu dick (BMI < 35) ist. Auch spielt das Lebensalter eine große Rolle: Je älter man beim Abschluss ist, desto teurer wird es. Auch müssen im Versicherungsantrag peinlich genaue Fragen zur gesundheitlichen Situation beantwortet werden. Wer hier lügt, der riskiert den Versicherungsschutz. In der Regel müssen alle ärztlichen Untersuchungen der letzten 5 Jahre angegeben werden. Bei bestimmten Krankheiten (z.B. Rheuma, Drogen, u.v.a.m.), gefährlichen Berufen und zu hohen Körpergewichten ist keine Versicherung möglich; bei kleineren Vorerkrankungen gibt es sog. "Ausschlüsse und Risikoaufschläge". Lehnt eine Gesellschaft den Antrag ab, dann wars das. Man wird in solch einem Fall in eine zentrale "Gesundheits-Schufa" eingetragen, damit auch andere Versicherungsgesellschaften sehen können, dass man nicht versicherbar ist. Wer also gesund und jung ist, sollte eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Bitte achtet darauf, dass sie keine Verweisklausel hat und bereits ab 6 Monaten bezahlt. Zudem sollte sie Soforthilfen und Wiedereingliederungszahlungen beinhalten.
Tipp: Wer etwas knapp bei Kasse ist, vereinbart in der Versicherung "aBUML" statt Ansammlung der Überschüsse. Üblicherweise schließt man so eine BU-Versicherung bis zum regulären Rentenbeginn ab. Die letzten Jahre sind aber die teuersten. Wer das Risiko dieser letzten Jahre selbst tragen kann (z.B. durch eine potenzielle Erbschaft o.ä.) schließt nur bis 60 oder 62 ab und spart damit schon heute wesentlich Beiträge. Wenn euer Banker oder Versicherungsverkäufer das nicht erklären kann, dann gilt wie immer: Such dir nen anderen!
Verweise und Links:
- Alarm-Studie schreckt 20-Jährige auf
- Junge Seelen in Gefahr (Artikel aus 2004!)
- Nur jeder Fünfte ist geschützt
- Experte Jürgen Stellpflug, Ökotest
- Verbraucherschützer raten zum Abschluss
- Höchste Auszeichnung für BU-Versicherung
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