Es ist der neuste Trend. Beim Bäcker und im Supermarkt findet man vermehrt sogenanntes Eiweißbrot. Kaum Kohlenhydrate, dafür aber viel Eiweiß soll zu einer schlanken Figur verhelfen. Dieses Prinzip kommt aus dem Low-Carb-Wahn, bei dem man die Kohlenhydrate stark reduziert. Eiweißbrot treibt es auf die Spitze. Es handelt sich um eine absolute Kalorienbombe und kann sogar Schlachtabfälle beinhalten.

Eiweißbrot mit ca. 25% Proteinen könnte man eigentlich gar nicht backen. Damit das Brot seine Struktur erhält, beinhaltet es zirka 10% pures Fett. Dies entspricht dem drei- bis zehnfachen eines normalen Brotes. In 100g Eiweißbrot stecken ungefähr 248 Kalorien. Sportexperten raten zwar zu eiweißreicher Kost, allerdings macht dies nur bei extremen Kraftsportlern wirklich Sinn. Wenn der Körper direkt nach einer hohen sportlichen Anstrengung Eisweiße bekommt, dann nimmt er sie zum Muskelaufbau. Lag keine solche Anstrengung vor, dann wandelt der Körper die Eiweiße in Kohlenhydrate um, um sie später als Fett einzulagern. Dies macht der Körper aber nur dann, wenn er, seiner Meinung nach, keine ausgeglichene Energiebilanz hat, was durch "Low-Carb" durchaus vor kommt. Wer also keinen Sport macht, hat keinen Effekt durch erhöhten Eiweißkonsum. Bei Frauen beträgt der zusätzliche Muskelaufbaueffekt mangels Testosteron sowieso nur zirka ein Zehntel dessen, wie es bei Männern verläuft. Das Eiweiß einer normalen ausgewogenen Ernährung reicht auch bei erhöhter sportlicher Betätigung absolut aus. Zu viel Eiweiß ist zudem schädlich für die Nieren. Es gibt von dieser Seite her keinen Bedarf, es ins Brot zu mischen. Man tauscht hiermit gesunde Vitamine und Ballaststoffe eines z.B. Vollkornbrotes gegen Fett und unnötiges Eiweiß, welches bei mangelndem Sport ebenfalls zu Fett wird. Ein Werbegang, der dick macht und zudem auch noch Schlachtabfälle enthalten kann. Ich finde das ziemlich ekelhaft und widerlich

Es gibt gute und schlechte Bäcker. Wer tatsächlich meint, Eiweißbrot zu essen, sollte sich genaustens über die Art der Proteine erkundigen. Viele Sportler nehmen Eiweißshakes und Eiweißriegel zu sich. In der Szene hatte es sich vor Jahren herumgesprochen, dass viele Billigprodukte Eiweiße aus Schlachtabfällen beinhalten. Das ist zwar nicht giftig, aber trotzdem ziemlich eklig und biologisch nutzlos sowie für Vegetarier nicht geeignet. Die Qualität und Verwendungsmöglichkeit dieser billigen Eiweiße für den Körper sind ziemlich unbedeutend. Trotzdem kann es als Eiweiß deklariert werden, denn rein chemisch gesehen handelt es sich um Proteine. Alleine bei der Vorstellung, dass in meinem Brot Eiweiße aus Schlachtabfällen sein könnten, dreht sich bei mir schon der Magen um. Bei Schlachtabfällen handelt es sich um Dinge wie Innereien, Mägen, Därme, Lunge, Milz, Euter und Genitalien von ermordeten Tieren. Die Bausteine der Eiweiße, sogenannte Aminosäuren, von diesen Abfällen haben eine geringe biologische Wertigkeit. Solche Produkte findet man eigentlich nur in der Futtermittelherstellung und selbst dort müssen diese Inhaltsstoffe mit höherwertigen Zutaten gestreckt werden. Man spricht hier auch von sog. "kollagenem Eiweiß". Die biologische Wertigkeit ist wesentlich geringer als die von Laktalbumin oder Milcheiweiß.

Die Sportler hatten dies erkannt und solche Billigprodukte gemieden. Jetzt steckt das selbe Dreckszeug womöglich im Brot und manche denken, sie tun sich damit etwas gutes. Kollagenes Eiweiß findet sich vor allem in günstigen Produkten wie Protein-Riegeln, Protein-Diät-Shakes und eben seit neustem womöglich auch im Eiweißbrot. Auf der Packung steht trotzdem "Eiweiß", obwohl auch der kollagene Abfall mit kaum vorhandener biologischer Wertigkeit enthalten sein kann. Viele Hersteller von z.B. Eiweißpulvern drucken die Zusammensetzung der bis zu ca. 25 Eiweißarten auf´s Etikett. Beim Brot steht so gut wie nichts auf dem Etikett. Deshalb gehe ich davon aus, dass hier so ziemlich alles drin sein kann. Natürlich kann ich nicht mit abschließender Sicherheit sagen, dass günstigere Varianten dieser Fettbombe namens "Eiweißbrot" Proteine aus Schlachtabfällen enthalten, aber es wäre zumindest juristisch möglich. Es gibt ein Trend, es gibt Geld zu verdienen und ich nehme an, dass sich manch ein Hersteller diesen Profit nicht entgehen lässt. Ein Kilo Eiweiß-Fettbrot kostet beim Bäcker zwischen 7 und 9 Euro. Viel tun kann man als Verbraucher kaum. Wer keine Schlachtabfälle oder biologisch wertlose Eiweiße will meidet Inhaltsstoffe wie Hydroxyprolin (Kollagen). Bessere und saubere (und damit auch teurere) Eiweiße sind Tryptophan, Cystin oder am wirkungsvollsten Wheyprotein (Molkeprotein). Was diese Dinger aber im Brot zu suchen haben, um aus diesem traditionellen Lebensmittel eine Fettbombe zu machen, erschließt sich mir nicht. So lange die genauen Inhaltsstoffe nicht benannt werden: Finger Weg! Eiweiß ist nicht gleich Eiweiß! Fett macht auch fett! Tipp: Buttermilch ist günstig (29 Cent je 500ml) und enthält sehr viel hochwertiges Eiweiß sowie weitere wertvolle Inhaltsstoffe.


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