Die Hetze gegen den Euro nimmt immer krassere Züge an. Manche selbsternannte Experten geben der Gemeinschaftswährung die Schuld für so ziemlich alles und die Medien spielen munter mit. Egal ob Verschuldung, Konjunkturrückgang und soziale Ungerechtigkeit; dem Euro wird einiges angelastet, dessen Ursache er nicht ist. Wir haben kein Problem mit dem Euro. Die anzugehenden Problemfelder liegen vielmehr in der Verteilungsgerechtigkeit und in der Grundsystematik der kapitalistischen Geldplanwirtschaft. Viele Probleme hätten wir mit der DM jetzt auch.
Aus ganz dunklen Quellen habe ich das Gerücht vernommen, dass die USA, Japan und viele andere Staaten teilweise noch stärker verschuldet sind, als die meisten sogenannten Problemländer der Eurozone. Die USA und auch Japan haben aber nicht mal den Euro! Trotzdem haben sie ein sehr großes Schuldenproblem, das auch dort nur mit der Druckerpresse der Notenbanken gelöst werden soll. Die internationale Schuldenproblematik wird dadurch gelöst, dass unterm Strich noch mehr Schulden gemacht werden. Den Todesstoß verpassen uns nicht die volumenmäßigen Schulden, sondern die darauf anfallenden Zinszahlungen. Alle Staaten der Erde sind zusammen mit ca. 35 Billionen Euro verschuldet. Ich glaube nicht, dass wir dies irgendwelchen außerirdischen Banken schulden. Vielmehr ist es so, dass diese Schulden das Vermögen weniger Menschen darstellen. Würden sich alle Staaten der Erde gegenseitig Geld leihen, dann wäre der Saldo der Erdverschuldung gleich Null. Es ist aber vielmehr so, dass wir, die Bürgerinnen und Bürger, bei einem internationalen Zentralbankenkartell verschuldet sind. Wir bezahlen unsere Steuern damit diese Herren in ihren Hinterzimmern die Zinsen dafür einstreichen können. Alleine in Deutschland entspricht die Höhe der jährlichen Zinszahlungen für die Bundesschuld in etwa den jährlichen Einnahmen durch die Einkommenssteuer. Schaut eure Gehaltsabrechnung an: Der Betrag, der da als Lohnsteuer steht, fließt in selber Höhe direkt an Banken. Schuld daran ist aber nicht der Euro sondern das politische System, das stets zu Gunsten der berühmten 1% handelt. Ein öffentlich kaum diskutierter Lösungsweg wäre eine direkte Staatenfinanzierung durch die Notenbanken (mehr dazu von mir hier und von der AG-Geldordnung der Piraten hier).
Wenn ein Satz die dreiste Massenverdummung während der Krisen geprägt hat, dann ist es Merkel´s Aussage: "Scheitert der Euro, dann scheitert Europa". Alle Wertvorstellungen und die Idee Europa, bestehend aus einer friedlichen Gemeinschaft vielfältiger Menschen, werden mit diesem Satz auf eine Währung reduziert. Merkel und ihre oppositionellen Freunde degradieren unsere Demokratie zur Währung. Das Problem ist auch hier wieder nicht der Euro sondern das mangelnde Demokratieverständnis, der vom Volk gewählten Politiker. Frühere Herrscher mussten für solche Streiche wie die ESM-Gesetze ganze Wahlen manipulieren. Heute hat man erkannt, dass es einfacher ist die Wähler zu manipulieren statt die Wahl. Es wird einfach so getan als bestünde Europa nur aus bunten Zettelchen mit Brücken drauf. Ich finde man sollte eine Wertegemeinschaft nicht auf soetwas dreckiges wie Geld reduzieren. Die Erde wird sich auch ohne den Euro weiter drehen; wenn er zerbricht dann soll er doch! Der Euro ist nur bedrucktes Papier, der den Machtanspruch der Putschisten und Merkelfetischisten als Vertreter der Bankenkartelle aufrecht erhält. Das Weltgeldsystem ist die wahre Ursache für viele Verwerfungen, Umverteilung von fleißig zu reich und die Zinsproblematik sorgt dafür, dass Staatsschulden und die Vermögen einiger weniger stetig ansteigen. Hier sollte man ansetzen und die Probleme lösen. Komischerweise gibt es hierüber keine öffentliche Debatte. Man schaut einfach weg. Weil man machtlos ist? Wenn wir also machtlos sind, wer hat denn dann die Macht und wer hat sie ihm gegeben? Der Euro ist nicht das Problem. Das Problem sitzt tiefer. Unser Geldsystem ist ja nicht in Stein gemeißelt. Mit einer Reform, die die vorhandenen Probleme löst, wäre auch ein funktionierender Euro mit all seinen Vorteilen sehr gut denkbar. Die aktuell sichtbaren Auswüchse des exponentiell verlaufenden Schuldgeldsystems mit all seinen sozial ungerechten Raubzügen, hätten wir mit der D-Mark früher oder später auch gehabt.
Unsere Demokratie und die wunderbare "Idee Europa" ist mehr als eine Währung. Deshalb gehen echte Demokraten am 08.09 in Karlsruhe auf die Straße. Sie demonstrieren für Demokratie, für Europa, für Rechtsstaatlichkeit, für Mitbestimmung gegen den ausufernden ESM-Wahnsinn unter dem Vorwand von "Rettung und Stabilität". Viele Volksvertreter kennen die Inhalte ihrer eigenen Beschlüsse nicht! Wir, das Volk, haben nun die Pflicht das Grundgesetz einzufordern. Wir sind es Europa schuldig, jegliche Bestrebungen die Demokratie weiter abzuschaffen, zu verhindern.
Zum weiterlesen:
- Es darf nur "ProEuropa" geben
- Piratenvorstände haben kein Interesse an ESM-Demo
- Umverteilung durch das Geldsystem
- Guthaben ist kein Geld
- Wachstum heißt nicht gleich Wohlstand
- Geld kann nicht arbeiten
- Geldpolitik ist ein dreckiger Porno
Externer Link: AG Geldordnung der Piraten über "das wahre Bankgeheimnis"
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