Monetative? Moneten.... ja es geh um´s liebe Geld! Immer öfter hört man diesen Begriff und viele wissen nichts damit anzufangen. Monetative ist die sogenannte Vollgeldreform und wurde von der Mainstreamwissenschaft bisher als Utopie abgestempelt. Weil das bisherige Geldsystem gerade untergeht werden immer mehr Stimmen laut, die eine Monetative fordern.

Einer der ersten Befürworter der Monetative ist Bernd Senf. Er prägte den Begriff der Monetative, die neben Legislative, Exekutive und Judikative als vierte Staatsgewalt eingeführt werden soll, um die unkontrollierte Geldschöpfung der Kreditinstitute zu unterbinden, die er, wie viele andere, für die Hauptursache der gegenwärtigen Finanzkrise hält. "Monetative" als Begriff hat keinen Wikipediaeintrag, weil sich die Anhänger dieser Zunft selbst nicht einig sind, wie die Monetative aussehen soll. Unter "Monetative" tummeln sich viele verschiedene Modelle und Systeme für eine Geldreform. Weitere große Befürworter der Monetative sind Dirk Müller, Klaus von Dohnanyi und Prof. Joseph Huber, die in Talkshows immer wieder mal über die Wichtigkeit der Monetative sprechen.

Forscher des IWF haben Vollgeld kürzlich durch eine Simulation geschickt und kamen zu einem positiven Ergebnis, das Konzept würde funktionieren (Link). Die Staatsschulden lassen sich, auf diese Weise, erheblich reduzieren. Als eine der wenigen deutschen Mainstream-Blätter hat das Handelsblatt darüber berichtet (Link). Vollgeld hat eine grundlegende Idee: "Um das Finanzsystem stabil und sicher zu machen, solle der Staat Banken verbieten, im Zuge ihrer Kreditvergabe einfach neues Geld in Umlauf zu bringen." Diese Idee ist nicht neu, sondern wurde schon vor vielen Jahren von Leuten wie Milton Friedman, Walter Eucken oder Irving Fisher formuliert. Erst durch das Aufkeimen des jetzigen Kapitalismus wurde die Monetative mundtot gemacht. Ich weiß nicht, ob Vollgeld der bessere Weg ist, aber lasst uns doch wenigstens fair und offen darüber diskutieren. In der Politik des deutschen Parteienkartells spielt die Monetative (noch) keine Rolle.

Ich erhebe in diesem Blog den Anspruch die Dinge so zu erklären, dass sie jeder versteht.
Man glaubt es kaum, aber eine der größten Parteien, die die Monetative laut anspricht, sind die Piraten. Manche fragen sich immer wieder, warum ich mich noch an diese untergehende Möchtegern-Systempartei klammere. Der Grund hat einen Namen: "AG Geldordnung und Finanzpolitik". Dort werden Lösungsansätze gegen die Krise ausgearbeitet und diskutiert. Es fasziniert mich wie sich jemand trauen kann, das angeblich alternativlose Geldsystem offen zu kritisieren. Es ist augenscheinlich, dass viele Krisen, Preisblasen und Verwerfungen ihren Ursprung im Geldsystem haben. Für mich ist es daher eine logische Konsequenz, dass man die Probleme an der Wurzel packen sollte. Das Wort "Wurzel" kommt aus dem lateinischen "radix", also radikal. Man kann Vollgeld radikal nennen, was aber nicht negativ gemeint ist.

Die Monetative ist viel einfacher zu verstehen, als man annimmt. Im Kern will die Monetative ein unabhäniges Geldsystem und vor allem eine unabhängige Geldschöpfung. Ähnlich wie Gerichte, sollten Zentralbanken unabhängig und ohne politische Macht entscheiden. Eine Zentralbank ist nicht vom Wähler legitimiert. Deshalb sollte es eigentlich mehr als selbstverständlich sein, dass dort auch keine Politik gemacht wird! "Alles Geld soll ausschließlich von einer unabhängigen öffentlichen Stelle geschöpft werden", ist eine der Kernaussagen der Initiative namens "Monetative" um den Wirtschaftssoziologen Joseph Huber (Uni Halle). Das jetzige Geldsystem bläht sich immer mehr auf, Staatsschulden können niemals getilgt werden, denn Schulden sind Geld. Wären im jetzigen System alle Kredite getilgt, dann gäbe es faktisch kein Geld mehr. Das Schuldgeldsystem ist eine monströse Umverteilungsmaschine und diese gilt es zu stoppen. Die Monetative ist eine mögliche Alternative.

WICHTIG: Die Monetative richtet sich nicht gegen den Euro! Ein gemeinsamer Euro ist auch mit der Monetative möglich. Die Monetative ist nicht rechtspopulistisch oder europafeindlich. Traurig, dass man dies immer dazu schrieben muss, wenn es um´s Geldsystem geht. Das jetzige Schuldgeldsystem ist nicht in Steintafeln gemeißelt. Es kann und muss reformiert werden. Die Frage ist nur, ob dies vor oder nach dem Zusammenbruch geschieht.

Veranstaltungstipp: Am kommenden Wochenende, Samstag den 27.10.2012, findet in der Urania in Berlin eine wichtige Veranstaltung zur Vollgeld-Reform statt. Persönlich anwesend sind u.a. Christian Felber, Prof. Richard Werner, Helge Peukert, und aus aktuellem Anlass auch der IWF-Forscher Michal Kumhof. Link.

Verweise und Links:
- Monetative e.V.
- Vorträge in Kooperation mit der Urania Berlin
- Verein Monetäre Modernisierung in der Schweiz
- JennyGER: Staatenfinanzierung: Neue Wege gehen
- JennyGER: Umverteilungsmaschine Geldsystem
- PiratenNRW: Die Krise unseres Finanz- und Geldsystems
- AG Geldordnung und Finanzpolitik/ThemaVollgeldreform


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