Zuerst starb die Wahrheit und kurz danach zahlreiche Menschen. In diesen Tagen jährt sich zum zehnten Mal der Irak-Krieg. Ein Rückblick.

Im Irak wurden niemals Massenvernichtungswaffen gefunden.
Wie die ARD-Doku mit dem Titel "Die Lügen vom Dienst - Der BND Und Der Irakkrieg" ausführlich zeigt, beruhte der Krieg auf zahlreichen Lügen. Getrieben von Terrorangst und einer nach Wachstum geifernden Waffenindustrie hat die USA den Irak überfallen. Klar, dort herrschte ein Diktator und der musste weg. Rechtfertigt dies die 115.000–600.000 Toten, die bis zum Ende der Besetzung 2011 zusammen kamen? Die Schätzungen gehen sehr weit auseinander - deshalb die große Spanne. Insgesamt starben wohl 4.488 US-Soldaten; über 32.000 wurden verwundet. Viele davon haben sehr große psychologische Langzeitschäden. Ist der Irak jetzt sicherer? Nein. Wie die heutigen Bombenanschläge zeigen, hat sich in dieser Richtung nicht viel verbessert.

Die Gesamtkosten dies Krieges werden vom Pentagon auf 728 Milliarden Dollar geschätzt. Das ist ungefährt die gleiche Summe, die die USA seit 2003 im Bereich Verkehr (Straßen, Highways etc...) ausgegeben hat. Der Krieg kostete zirka 24.000 Dollar je irakischem Einwohner. Beim dortigen Lohnniveau wäre eine "Barauszahlung" purer Luxus gewesen. Viele "Dienste" wurden auch von Privatarmeen unternommen - ob deren Kosten korrekt erfasst sind, wage ich zu bezweifeln. "10 Years After, Have We Learned a Thing?", fragen sich einige Kommentatoren in den US-Medien. Man solle niemals mehr den panischen Warnungen von Politikern gehorchen, so der Thenor.

Die Deutschen Medien sind zum 10. Jahrestag des Irak-Krieges natürlich auffallend still, denn man würde die Kanzlerin in Bedrängnis bringen. Merkel wollte diesen Krieg. Gegen die Stimmen vieler hat sie hetzerisch und blutrünstig diesen Krieg gewollt. Trotz der weit verbreiteten Bedenken in der Politik und in der deutschen Bevölkerung verteidigte Merkel im Jahr 2003 den amerikanisch-britischen Angriff ausdrücklich. "Man hatte einen Punkt erreicht, an dem Krieg unvermeidbar geworden war", sagte Merkel wörtlich in der ARD, zirka eine Woche nach Kriegsbeginn. Edmund Stoiber sagte in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit", dass der Krieg völkerrechtlich vertretbar sei. Aus heutiger Sicht ist das blanker Wahnsinn. Zirka 40% der Wählerinnen und Wähler würden nach aktuellen Umfragen die Union wählen. Merkel ist die beliebteste Politikerin Deutschlands. Wäre es Satire, dann müsste ich jetzt lachen; ein Krieg ist aber zum weinen.


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