Die Rettung der Banken (sog. "Eurorettung") sucht sich stetig neue Geldquellen. Nach den Sparern und Steuerzahlern kündigt sich bereits die nächste profitable Geldquelle an: Der deutsche Verbraucher.

Die Fondsgesellschaft Carmignac hat nachgerechnet. Gemessen an der griechischen Volkswirtschaft müsste der Euro/Dollar-Kurs bei zirka 1,05 liegen. Man spricht hier von "theoretischer Kaufkraftparität". Für Frankreich wäre dieser rechnerische Wert bei 1,23 und für Deutschland sogar 1,57. Ab einem Niveau über 1,35 würde es für die meisten europäischen Unternehmen gefährlich werden, berechnen die Franzosen. Es käme zu einem Rückgang von Exporten und somit zu einer noch höheren Arbeitslosigkeit. Die EZB gibt es zwar nur zwischen den Zeilen zu, aber es liegt auf der Hand, dass ein erstarken des Euros mit aller Gewalt verhindert werden soll. Man spricht auch vom sog. "Währungskrieg".

Die heterogenen Kaufkraftparitäten zeigen eindrucksvoll, dass die meisten europäischen Volkswirtschaften schlicht in der falschen Währung gefangen sind. Griechenland müsste auf 1,05 abwerten, kann es aber nicht. Einzig logische Konsequenz sind Einkommenssenkungen. Verdienen die Arbeitnehmer real weniger, dann können die Unternehmen wieder marktfähig produzieren. Im Neusprech nennt man diesen Vorgang liebevoll "Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit"; für die Betroffenen ist es allerdings weniger liebevoll. Deutschland bräuchte einen Wechselkurs zum Dollar von 1,57, muss aber den Mittelwert von aktuell ca: 1,29 akzeptieren. Das verbilligt diejenigen Produkte, die wir ans Ausland verkaufen. Auf den ersten Blick nützt es uns. Aber auf den zweiten Blick nicht.

Die EZB wird den Eurokurs zwangsläufig drücken müssen, damit sich die Krise entschärft. Hierdurch werden diejenigen Produkte teurer, die wir importieren. Jedes in Deutschland produzierte bzw. endgefertigte Produkt beinhaltet zirka 40% Vorleistungsimporte. Dieser Anteil am Endprodukt wird teurer. Produkte die einen höheren Importanteil haben, werden sich entsprechend stärker verteuern. Das betrifft Öl, Benzin, Kaffee, Früchte, Metalle, Technik aus Asien und viele andere Dinge. Die Inflationsrate wird dadurch nur unwesentlich ansteigen, denn die Berechnung des Warenkorbes, zur Ermittlung der Inflation, kann solche Effekte "bereinigen".

Der Effekt der "importierten Inflation" ist nicht neu, sondern in Deutschland bereits seit fast 10 Jahren zu beobachten. Eine Auswirkung sind die gefallenen Reallöhne sowie die immer perversere Verteilung von Vermögen/Einkommen. Durch die neue Wechselkurspolitik und das Zwangskorsett, welches man den Problemländern anzieht, wird sich diese Entwicklung, meiner Ansicht nach, in Zukunft verschärfen. Der Steuerzahler kann demonstrieren oder politischen Einfluss nehmen, der Sparer kann die Bank stürmen, aber was macht der Verbraucher? Tanken, Essen, Trinken und Wohnen sind Dinge, die man zum Leben benötigt. Leider ist die Problematik viel zu kompliziert, damit es eine breite Masse verstehen könnte. Das ist natürlich gut für die Zockerbanken und deren Geldeintreiber, die auf unseren Wahlzetteln stehen.

Mit religiös anmutender "Euroskepsis" und sonstigem politischem Gelaber hat das alles nichts zu tun: Das ist reine Volkswirtschaftslehre. Die Wähler müssen endlich begreifen, dass das politisch korrekte Lügenneusprech des Parteienkartells die Krise nicht löst, sondern stetig verschlimmert. Es sollte kein Tabu sein, sichtbare Missstände auszusprechen. Alternativen müssen her! Europäische Einigung und jahrzehntelanger Friede in allen Ehren. Das alles hat nichts mit einer Währung zu tun. Die Öffentlichkeit muss sich endlich einschalten und beginnen über die Entwicklungen nach zu denken.

Schäuble, Merkel, Draghi und wie sie alle heißen, haben nichts erreicht. Die Schuldenkrise wurde immer schlimmer; Parlamente entmachtet und Steuerzahler sowie Sparer (Stichwort "negative Realzinsen") werden geschröpft. Diese Politik ist nur deshalb alternativlos, weil der Wähler keine andere Politik verlangt. Die Funktionsweise des Euros zu kritisieren hat nichts mit links oder rechts zu tun. Es ist eher eine gesellschaftspolitische Frage, nur leider stellt sie fast niemand. In den Krisenländern regiert im Moment die Troika. Diese Regierung stand nie auf einem Wahlzettel. Eine ungewählte Regierung, die ganz Europa kontrolliert, ... gab´s das nicht schon mal und war das für die Beteiligten nicht auch alternativlos? Fragt mal eure Großeltern.

PS: Wenn die Preise steigen, dann freut sich einer ganz besonders, nämlich Herr Schäuble (= so ein alter verwirrter CDU-Mann mit Merkelfetisch). Die Mehrwertsteuer steigt in absoluten Beträgen mit - wie praktisch!


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