Seit Monaten kursieren Meldungen und Gerüchte, dass uns eine Abschaffung des Bargeldes bevorsteht. Merkur-Online berichtet heute, dass es in Schweden soweit ist. In Zeiten von Zwangsabgaben muss man wohl mit allem rechnen. Vielen ist das natürlich egal, denn sie kennen den Unterschied zwischen Geld, Einlagen und Vermögen nicht.

Geld: Die Definition von Geld ist gesetzlich geregelt. Das Bundesbankgesetz legt fest: § 14 (1) "Auf Euro lautende Banknoten sind das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel". Demnach sind also nur €-Banknoten echtes Geld. Alles andere ist kein gesetzliches Zahlungsmittel. Wird das Bargeld abgeschafft, dann muss jede Transaktion über Konten laufen. Das bietet Angriffsflächen für Kontrollen, Überwachung und schnelle Eingriffsmöglichkeiten durch den Staat. Zentralbankgeld, das bei Banken lagert, erscheint in der Bankbilanz als Aktiva (Umlaufvermögen).

Einlagen: Vor hunderten von Jahren ging man zur Bank und legte Geld auf sein Konto ein. Die Bank nahm das Geld und legt es in den Tresor. Dort passte sie auf, dass dem Scheinchen nichts passiert. Die Bank war Treuhänder. Heute ist das anders! Wer Geld auf sein Konto einzahlt, der gibt der Bank einen Kredit. Aus echtem Geld wird durch die Einzahlung eine Forderung. Forderungen sind kein gesetzliches Zahlungsmittel. Wer Geld auf sein Konto einzahlt, der tauscht Geld in einen Kredit. Die Bank verbucht die Einzahlung als "Fremdkapital" und sie erscheint in der Bankbilanz (Passivseite). Kontoguthaben lagert nicht treuhänderisch in der Bank. Man leiht es der Bank und bei einer Abhebung zahlt die Bank den Kredit zurück. Aber nur wenn sie kann... Schätzungen gehen davon aus, dass Banken für ca. 5% bis 7% der Guthaben Bargeld auszahlen könnten. Unser Schuldgeldsystem funktioniert quasi wie ein Schneeballsystem.

Vermögen:
Vermögen ist Eigentum. Guthaben auf Konten kann daher kein dingliches Eigentum sein, denn Forderungen sind abstrakt; echtes Geld wäre real (das Papier zumindest). Guthaben in Fonds ist ebenfalls kein Geld, aber auch keine Einlage. Die Depotbank verwahrt die Fonds treuhänderisch. Das Inventar der Fonds (Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Immobilien etc...) sind Eigentum. Die Inventarwerte von Fonds tauchen nicht in den Bilanzen der Fondsgesellschaften oder Depotbanken auf. Auch viele andere Geldanlagen sind keine Einlagen. Alles was in einem Depot bzw. Bankschließfach liegt, erscheint nicht in der Bankbilanz (außer von der Bank ausgegebene Anleihen natürlich).

Man muss sich wirklich mal an den Kopf fassen! Nun will man Bargeld einschränken oder sogar ganz abschaffen. Das bläht die Bankbilanzen weiter auf und schafft ein unglaubliches staatliches Kontrollpotenzial. Durch Zwangsabgaben kann man dann die Guthaben immer wieder heran ziehen. Forderungen kann man bescheiden; echtes Eigentum ist da schon noch ein bisschen besser geschützt. Der Trend geht klar hin zu mehr Krediten und weniger Eigentum. Ohne Bargeld ist alles nachvollziehbar und kann überwacht werden: Jede Packung Zigaretten, jede Packung Kondome, jeder Kaugummie, ...einfach alles!


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